
Fürs mehr dafür sein!
Dagegen sein ist einfach. Doch was, wenn wir anfangen, uns zu fragen, wofür wir eigentlich stehen?
Ich bin gegen Ausgrenzung und Gewalt. Ich bin gegen Sexismus, Lobbyismus, Globalismus, Korporatismus, Kapitalismus, Sozialismus, Feudalismus, Patriarchat, Matriarchat … und gegen Hass.
Dagegen sein, ist einfach. Denn bevor man gegen etwas sein kann, muss es Bestand haben. Es muss wirken und angreifbar sein. Das Bestehende formt Argumente. Dagegen sein urteilt und bewertet … in erster Linie andere.
Dagegen sein bedarf nur wenig Fantasie und Kreativität. Dagegen sein bedarf keiner neuen Wege. Dagegen sein ist einfach. Dagegen sein kann verbinden … und viel öfter spalten.
Dagegen sein möchte niederreißen, zerstören, unterbrechen, widerlegen. Dagegensein bringt Wut, Frust und Angst … in uns hervor.
Doch ist es nicht auch gut, gegen Krieg, Armut, Verzweiflung, Mord und Todschlag zu sein?
Gehört es nicht auch irgendwie dazu im Dualismus dieser Welt? Wenn du nicht dafür bist, bist du dagegen. Bist du nicht links, dann bist du rechts. Bist du nicht Mitläufer, dann bist du ein Dissident. Es existiert keine Zwischenwelt, kein Balanceseil.
Doch was wäre der Balanceakt ins Ungewisse? Ohne feste Pfade? Wofür bin ich, wenn ich nicht dagegen bin?
Ich bin dafür, dass wir uns nicht mehr spalten lassen … in politische Lager, Geschlechter, Generationen, Nationalitäten, Kulturen, Hautfarben und Glaubensrichtungen.
Du bist du und ich bin ich.
Ich bin dafür, sich Fehler einzugestehen und zu verzeihen. Ich bin dafür, dass wir uns unseren Ängsten, Träumen und Problemen stellen. Ich bin für Traumabewältigung, Verständnis und inneres Wachstum.
Ich bin dafür, weniger zu konsumieren und mehr zu sein. Mit uns zu sein. Ich bin für Gemeinschaft, Bewusstsein und inneren Frieden.
Ich bin dafür, meine tägliche Energie und Kapazität konstruktiv zu nutzen und zu erschaffen.
Ich bin für individuelle Unversehrtheit und Souveränität. Ohne Ausnahmen – ohne selektive Anwendung dieser Logik auf Geschlechter, Nationalitäten, Berufsgruppen oder Kulturen.
Ich bin dafür, dass jeder Mensch nach seinen Vorstellungen leben sollte, solange er damit niemanden nachweislich schadet. Ich bin für eine Gesellschaft ohne systematische Gewalt und Nötigung. Ich bin dafür, dass kein Mensch das Recht hat, über einen anderen Menschen zu bestimmen. Ich bin für eine dezentrale, staatenlose Gesellschaftsstruktur ohne zentrale Machtpositionen.
Ich bin für mehr unbequeme Verantwortung und weniger bequeme Sicherheit. Ich bin dafür, neue Wege zu gehen. Wenn wir fallen, dann fallen wir nach vorne und stehen wieder auf. Stück für Stück, mit der Moral im Rücken.
Ich bin für Uneinigkeit und Toleranz. Für mehr moralisches Handeln.
Fürs mehr dafür sein.
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