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Naturrecht vs. Menschengemachte Gesetze
Mensch & Natur 23. Januar 2025 8 Min.

Naturrecht vs. Menschengemachte Gesetze

Ein Vergleich zwischen dem Naturrecht und menschengemachten Gesetzen und ihre unterschiedlichen Auswirkungen.

Naturrecht Ethik Gesellschaftskritik Philosophie

Mit unserem ersten Artikel ‘Was ist das Naturrecht?’ haben wir ein grundlegendes Verständnis über das Naturrecht erlangt. Nun wollen wir auf diesem Wissen aufbauen und das Naturrecht mit den vom Menschen gemachten Gesetzen unserer Zeit vergleichen. So können wir uns ein Bild über den momentanen Zustand der Menschheit schaffen.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der fast jeder Aspekt des Lebens durch Gesetze geregelt ist. Schon mit der Geburt in diese Gesellschaft erhält man mit der Geburtsurkunde und der Steueridentifikationsnummer die ersten gesetzlich geregelten Dokumente. Diese Gesetze und Regulierungen existieren offiziell, um Ordnung, Gerechtigkeit und Sicherheit in unserer Gesellschaft zu gewährleisten.

Aber ist das eine natürliche Ordnung oder wirkliche Gerechtigkeit? Und wird diese Sicherheit tatsächlich allen Menschen gewährt oder handelt es sich eher um eine Absicherung der allgegenwärtigen Machtverhältnisse für diejenigen, die sich in Machtpositionen befinden?

Die menschliche Moral

Der wesentliche Unterschied zwischen dem Naturrecht und allen vom Menschen gemachten Gesetzen ist die Definition der menschlichen Moral. Das Naturrecht beruht auf einer universellen, unveränderlichen und objektiven Moral. Das bedeutet, dass diese Moral für alle Menschen gleichermaßen gilt und zu jeder Zeit und an jedem Ort der Welt eindeutig definiert werden kann. Moralisches Verhalten fügt einem anderen fühlenden Wesen nicht wissentlich Schaden zu. Das bedeutet im Wesentlichen, dass man mit seinem Verhalten keinen Diebstahl begeht. Dieser Diebstahl kann unter anderem das Leben, fremdes Eigentum, die körperliche Unversehrtheit oder die freie Entscheidung eines anderen betreffen. Die Orientierung des menschlichen Verhaltens hängt von der Kenntnis des objektiven Unterschieds zwischen richtigem und falschem Verhalten ab. Dieser Mechanismus ist laut dem Naturrecht in unserer Welt verankert und bestimmt auf der Grundlage von Ursache und Wirkung das kollektive Zusammenleben einer Gesellschaft.

Die von Menschen gemachten Gesetze sind im Gegensatz zu dem Naturrecht auf dem moralischen Relativismus begründet. Moralische Relativisten sind der Ansicht, dass Moral relativ oder subjektiv ist. Richtiges oder falsches Verhalten kann sich je nach Zeit und Ort ändern. Moralischer Relativismus ist der Glaube, dass Menschen willkürlich entscheiden können, was richtig und falsch ist, und dass sie als Schiedsrichter über moralisches und unmoralisches Verhalten auf der Grundlage von Vorlieben und Abneigungen zu einer bestimmten Zeit oder an einem bestimmten Ort agieren. Beispiele für einen solchen moralischen Relativismus sind das Töten durch das Militär, der Raub von Eigentum, körperlicher Unversehrtheit oder persönlicher Freiheit durch die Exekutive des Staates, der Raub der persönlichen Entscheidungsgewalt auf der Grundlage geltender Gesetze und Vorschriften durch die Regierung usw.

Wenn die Gesetze der Menschen mit dem Naturrecht und der objektiven Moral übereinstimmen, sind sie überflüssig. Wenn das Gesetz des Menschen im Gegensatz zum Naturrecht steht und daher falsch und unmoralisch ist, kann es niemals für irgendjemanden rechtmäßig und moralisch bindend sein. Die Tatsache, dass etwas laut Gesetz legal oder illegal ist, macht es nicht moralisch oder unmoralisch.

Gleichheit vor dem Gesetz

Nach dem Naturrecht sind die Menschenrechte unverzichtbare, universelle Geburtsrechte, die niemals durch menschliche Prozesse oder Handlungen gewährt oder entzogen werden können. Diese Rechte entstammen der Natur. Das bedeutet, dass sie bereits vorher vorhanden waren und in der Schöpfung selbst innewohnend sind. Vor dem Naturrecht hat jeder Mensch immer und überall genau die gleichen Rechte.

In unserer heutigen Gesellschaft können Menschenrechte willkürlich durch eine künstlich geschaffene höhere staatliche Autorität gewährt oder entzogen werden. In diesem System wird nicht jeder Mensch gleichermaßen für sein moralisches oder unmoralisches Verhalten verantwortlich gemacht und Menschen haben je nach Machtposition unterschiedliche Rechte. Beispiele hierfür finden sich in der Politik, der Justiz, dem Militär, der Polizei oder jeder anderen staatlichen Institution. Wenn ein Mensch in diese Gesellschaft hineingeboren wird, hat er keine Rechte, es sei denn, er erhält die Erlaubnis des Staates. Dies gilt für das Reisen, Arbeiten, Wohnen, medizinische Versorgung, freie Meinungsäußerung und fast jede andere menschliche Handlung.

Verständnis vs. Autorität

Das Verständnis über das Naturrecht beruht auf der objektiven Wahrnehmung zwischen richtigem und falschem Verhalten und den innewohnenden Mechanismen aus Ursache und Wirkung. Umso bewusster sich ein Mensch oder eine Gesellschaft sich diesen Wirkungsweisen ist, umso harmonischer lebt dieser Mensch oder diese Gesellschaft im Einklang mit dem Naturrecht. Dieses gilt dabei unveränderlich, immer und überall. Ein Mensch folgt in seiner Verhaltensweise dem Naturrecht aufgrund seiner Fähigkeit zur Vernunft und zur Reflexion über die natürliche Welt und die menschliche Natur.

Menschengemachte Gesetze werden durch eine menschliche Autorität bestimmt und durchgesetzt. Diese Autorität ist ein unrechtmäßiges, künstliches und menschliches Konstrukt, was in der Natur nicht existiert. Von Menschen gemachte Gesetze sind moralisch unrechtmäßig und daher moralisch nicht bindend, sobald sie im moralischen Gegensatz zum Naturgesetz stehen. Moralische Handlungen beruhen immer auf Freiwilligkeit. Das bedeutet, dass ein gegenseitiges Einverständnis aller Beteiligten vorliegt. Staatliche Gesetze, einschließlich solcher, die Verhalten anordnen und bestimmen, wie Verbote, Steuern oder Genehmigungen, sind in keiner Weise freiwillig. Sie sind Befehle zur Konformität, die immer durch Androhung oder Ausübung von Gewalt durchgesetzt werden. Menschengemachte Gesetze sind willkürliche Verordnungen einer herrschenden Klasse, die in unrechtmäßiger Weise über das Leben anderer Menschen bestimmen will.

Diese Gesetze variieren je nach Land und Laune der jeweiligen Gesetzgeber. Die Menschen befolgen diese Gesetze nicht, weil es ihrer Natur entspricht, sondern aus Angst vor Strafe bei Nichteinhaltung. Deshalb zahlt man für Steuern, Führerschein, Reisepass, Baugenehmigung, Arbeitserlaubnis usw. Die von Menschen gemachten Gesetze werden durch die Autorität des Staates durchgesetzt und basieren auf Gewalt und Zwang.

Fazit

Die Gesetze unserer Gesellschaft stehen im Widerspruch zum Naturrecht und ignorieren grundlegende Wahrheiten. Diese Ignoranz bezahlt die Menschheit mit einem scheinbar endlosen Kreislauf von Krieg, Chaos, Gewalt, Leid und Lügen.

NaturrechtMenschengemachte Gesetze
Beruht auf Wahrheit & Prinzipien (der Schöpfung innewohnend)Beruht auf dogmatischen Glauben (Gedankenkonstrukt)
Umgesetzt durch Wissen & VerständnisUmgesetzt durch Angst vor Bestrafung
Universal, existiert überallÄndert sich von Ort zu Ort je nach den Launen der Gesetzgeber (Moralischer Relativismus)
Ewig & unveränderlichÄndert sich von Zeit zu Zeit je nach den Launen der Gesetzgeber (Moralischer Relativismus)

Wir müssen uns auf unsere innewohnende Natur besinnen, wenn wir Frieden und Sinnhaftigkeit in dieser Welt manifestieren wollen. Das Naturrecht vereint unsere unveräußerlichen und universellen Geburtsrechte. Diese einzig wahren Menschenrechte können niemals durch künstliche Prozesse oder Handlungen gewährt oder entzogen werden.

Der gesellschaftliche Glaube, dass einige Menschen mehr legitime Autorität über andere haben, oder dass einige Menschen mehr oder weniger angeborene Rechte haben als andere, ist eine der grundlegendsten Ursachen für unvergleichliches Leid und Chaos in unserer Welt. Eine solche Autorität ist und war immer ein falscher, trügerischer und unmoralischer Anspruch, der leider von den meisten Menschen mit religiösem Eifer akzeptiert und geglaubt wird. Die sogenannte Delegation von Autorität an Politiker, Polizisten und Militärs ist grundsätzlich moralisch unrechtmäßig und kann in der Natur nicht vollzogen werden. Denn was man selbst nie besessen hat, kann man nicht verleihen oder delegieren.

Die menschliche Moral ist objektiv und variiert nicht nach Lust und Laune. Es gibt eine objektive Differenz zwischen moralischem und unmoralischem Verhalten in dieser Welt. Aus diesem Grund ist jede Form von auferlegter Autorität -sei es durch einen König, eine Regierung oder in sonstiger Form- moralisch unrechtmäßig. Dieses Glaubenskonstrukt aus Herrschern und Beherrschten basiert nicht auf der Freiwilligkeit aller Beteiligten und wird mit Gewalt und Zwang umgesetzt und ist somit immer und überall ein unmoralisches Verhalten. Dabei ist es egal ob die Farbe der herrschenden Regierung gerade rot, blau, grün, schwarz oder bunt ist.

Weiterführender Artikel dieser Serie:

Die Dynamik von Natural Law