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Die schamanischen Wurzeln des Weihnachtsfestes: Eine Reise zu unseren Vorfahren
Mensch & Natur 26. Dezember 2024 10 Min.

Die schamanischen Wurzeln des Weihnachtsfestes: Eine Reise zu unseren Vorfahren

Eine Erkundung der tieferen Bedeutung von Weihnachten, heiligen Nächten, magischen Pilzen und ihrer Verbindung zum universellen Bewusstsein.

Spiritualität Bewusstsein Indigene Essenz Naturrecht

Weihnachten ist zweifellos das bekannteste Fest der Welt und voller seltsamer Bräuche. Aber wer hat sich schon einmal gefragt, warum wir jedes Jahr zu Weihnachten Tannenbäume in unsere Wohnungen stellen und bunt bemalte, rot-weiße Geschenke unter deren Zweige legen? Und warum bringt uns ein rot-weiß gekleideter bärtiger Mann auf einem von fliegenden Rentieren gezogenen Schlitten Geschenke ins Haus? Als Zeichen unserer Liebe zueinander?

Blickt man auf die Ursprünge dieser Weihnachtstraditionen, so lassen sich viele auf schamanische Rituale unserer Urahnen zurückführen. Tatsächlich verbirgt dieses christliche Fest mit all seinen heutigen Bräuchen und Traditionen erstaunlich viele Ähnlichkeiten mit alten schamanischen Bräuchen. Genauer gesagt finden wir diese Weihnachtssymbolik bei unseren nordeuropäischen Vorfahren im kalten und verschneiten Sibirien.

Vergessen wir also für einen Moment den am Nordpol lebenden Weihnachtsmann mit seinen helfenden Elfen und stellen uns stattdessen alte Schamanen in rot-weißen, pelzbesetzten Mänteln und langen schwarzen Stiefeln vor, die um die Wintersonnenwende durch die verschneiten Wälder Sibiriens streifen und unter den Tannen rot-weiße Fliegenpilze sammeln. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Der Schamane als Vorfahre des Weihnachtsmanns?

Der große rot-weiß gefleckte Fliegenpilz ist nicht erst seit Super Mario einer der bekanntesten Pilze der Welt. Und obwohl er in unserer heutigen Gesellschaft mit Argwohn und Vorsicht betrachtet wird, gilt er im Volksmund als Glücksbringer. So gibt es den bekannten deutschen Spruch: Du Glückspilz!

In den schamanischen Traditionen der Stammvölker des vorchristlichen Nordeuropas hingegen galt dieser Pilz als heilig und wurde wegen seiner stark halluzinogenen Eigenschaften geschätzt. Der Fliegenpilz enthält die psychoaktive Substanz Muscimol, die oft als traumähnlich beschrieben wird und ausschließlich in Knollenbätterpilzen vorkommt.

Traditionell sammelten die alten Schamanen jedes Jahr zur Wintersonnenwende diese magischen Pilze in den Tannenwäldern Sibiriens. Dabei kleideten sie sich wie der Weihnachtsmann. Noch heute tragen die sibirischen Schamanen bei der Pilzsuche festliche rot-weiße Pelzmäntel. Nach alter Tradition pflückten die Sammler die Pilze und legten sie zum Trocknen auf nahe gelegene Kiefernzweige, ähnlich den bunten Ornamenten an unseren Weihnachtsbäumen. So trockneten die Pilze teilweise für den späteren Verzehr und erleichterten das Tragen. Denn danach verstauten die alten Schamanen die gesammelten Pilze in ihren braunen Säcken und trugen sie ins Dorf. Kommt Ihnen das nun langsam bekannt vor?

Aber halten Sie die Luft an, es wird noch besser! Diese Völker lebten damals in Behausungen aus Birkenholz und Rentierfellen, den so genannten Jurten. Wenn der Eingang zu den Hütten meterhoch mit Schnee bedeckt war, benutzte man das in der Mitte offene Rauchloch der Jurte. Die Schamanen gingen dann von Haus zu Haus, stiegen durch das Rauchloch hinab und verteilten die heiligen Gaben der Natur. Die dankbaren Dorfbewohner hängten die Pilze um das Feuer oder trockneten sie in aufgehängten Strümpfen. Der wichtige Trocknungsprozess reduzierte die Giftstoffe der Pilze und erhöhte ihre psychedelische Potenz.

Auch die fliegenden Rentiere, die den Schlitten des Weihnachtsmannes ziehen, könnten mit diesen Pilzritualen in Verbindung stehen. Auch Rentiere fressen gerne Amanita-Pilze, und alten Überlieferungen zufolge haben manche Menschen in Sibirien sogar den Urin der Rentiere getrunken, nachdem diese die Pilze verzehrt hatten. Das Rentier filtert dabei die schädlichen Giftstoffe heraus und man erhält nur die halluzinogene Wirkung. Ob man dann gezielt gelben Schnee essen wollte oder wie man an den Urin gelangte, ist leider nicht bekannt. Das Gefühl der Leichtigkeit und des Fliegens nach dem Genuss eines solchen Pilzes könnte allerdings auch den Mythos von Rudolph und seinen fliegenden Gesellen inspiriert haben.

Auch die Geister der geistigen Welt, die bei einer solchen Amanita Muscaria-Zeremonie erscheinen, könnten für die Idee der helfenden Elfen verantwortlich sein. Das ganze Bild des Weihnachtsmannes ähnelt in der Tat sehr einem Pilz.

Man stelle sich also vor, dass der Weihnachtsmann ursprünglich ein Pilzsammler oder ein Schamane gewesen sein könnte! Statt Spielzeug zu verteilen, sammelte er jedoch Fliegenpilze und verteilte diese heilige Gabe der Natur mit ihrer psychoaktiven Substanz Muscimol an die wartenden Dorfbewohner.

Wintersonnenwende: Eine Feier der Wiedergeburt

Eine weitere offensichtliche Verbindung zwischen den Traditionen der Stammvölker im vorchristlichen Nordeuropa und dem jährlichen Weihnachtsfest ist die zeitliche Abfolge. Während wir mit dem Weihnachtsfest die biblische Geburt Jesu am 25. Dezember in Bethlehem feiern, zelebrierten unsere indigenen Vorfahren diese Jahreszeit als die Wiedergeburt des Lichts. Die Wintersonnenwende findet jedes Jahr um den 21. Dezember statt und markiert auf der Nordhalbkugel den kürzesten Tag des Jahres. Ab diesem Zeitpunkt werden die Tage wieder länger und das Licht siegt über die Dunkelheit. Die Sonne erreicht an diesem Tag ihren tiefsten Stand am Himmel und verharrt dort jedes Jahr etwa 2 bis 3 Tage nahezu unverändert. Der Begriff “Sonnenwende” (solstitium) stammt aus dem Lateinischen und bedeutet “Stillstand der Sonne”. Um den 24. oder 25. Dezember beginnt die Sonne wieder ihren Lauf und das Licht steigt wieder auf. Die Wintersonnenwende und das Weihnachtsfest sind also eng miteinander verbunden.

Fazit

Es gibt erstaunlich viele Gemeinsamkeiten in den alten Bräuchen und der Symbolik zwischen unserer heutigen Weihnachtstradition und den schamanischen Bräuchen unserer Vorfahren auf der europäischen Nordhalbkugel. Auch der jährliche Zeitpunkt des Weihnachtsfestes passt sehr gut in dieses Muster. Der Ursprung unserer Weihnachtstraditionen könnte also komplexer sein, als wir uns das vorstellen. Vielleicht ist dieses Fest vielmehr eine Einladung, unsere Vergangenheit zu erforschen und uns mit der Natur und uns selbst zu verbinden. Die Liebe und die gegenseitige universelle Verbundenheit aller Menschen sollte dabei im Vordergrund stehen.

Lebt also die alten Traditionen unserer Vorfahren und vergesst unsere falschen materialistischen und konsumorientierten westlichen Dogmen, wenn diese heilige Zeit des Jahres anbricht.

Werfen Sie zu diesem Thema auch einen Blick auf unser Video Die indigenen Ursprünge unserer heutigen Weihnachtstraditionen.